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Coriolan


William Shakespeare | Schauspiel | Central Große Bühne

Im Jahr 1608 bringt Shakespeare in der Tragödie Coriolan die Geschichte des stolzen Kriegshelden und hochmütigen Patriziers Caius Marcius Coriolanus aus dem Anfang des 5. Jahrhunderts vor Christus auf die Bühne.
In Rom droht eine Hungerrevolte, da das hungernde gemeine Volk vergeblich von den Patriziern die Herausgabe des gehorteten Getreides verlangt. Die Unruhe nutzt der verfeindete Volksstamm der Volsker für einen Angriff, der von Caius Marcius in der Stadt Corioli siegreich abgewehrt wird, was ihm den Beinamen Coriolanus einträgt. Es soll die Ernennung zum Konsul, dem höchsten Amt im Staate, folgen, doch dazu bedarf es der Zustimmung des Volkes. Es ist dem Kriegshelden jedoch zuwider, auf dem Forum um die Stimmen der Plebejer zu werben. Stolz und hochmütig begegnet er den Vertretern des Volkes, in dem er nur eine „schmutzige, wankelmütige Menge“ sieht. Gereizt beschimpft er es als „Tier mit vielen Köpfen“, und unterstellt ihm Unbeständigkeit, Undankbarkeit, Feigheit und Dummheit. Coriolan muss Rom schließlich verlassen, wendet sich gegen sein eigenes Volk und wird am Ende erdolcht.
In der Düsseldorfer Inszenierung des Regisseurs Tilman Köhler „avanciert das Volk, obwohl nicht im Titel verewigt, zu so etwas wie dem heimlichen Hauptdarsteller des Werks, steht es doch in 22 der 29 Szenen auf der Bühne - und zwar im Zentrum des Geschehens“, so die Dramaturgin der Aufführung Janine Ortiz. Dabei erleben wir das Volk in seiner ganzen Ambivalenz: einerseits handelt es aus einer wirklichen Not heraus, von Hunger und sinnlosem Krieg gebeutelt; andererseits lässt es sich leicht seine Stimme für fremde Zwecke rauben und instrumentalisieren. Dazu der Regisseur: „Das Volk, das da beschrieben wird, erscheint als unberechenbares, gefährliches und verletzliches Monster“ und doch scheint es sich „förmlich danach zu sehnen, übertölpelt zu werden von diesem Coriolan, und nicht nur von ihm, sondern auch von den Volkstribunen, so etwas wie frühen Populisten – sozusagen eine Sehnsucht nach Lüge und ‚Fake News‘.“
Damit sind wir bei der Zielmarke des Regisseurs Tilman Köhler, dessen Arbeiten sich stets durch eine hohe politische Bewusstheit auszeichnen. Er will „aktuelle Bezüge herausarbeiten – von Trumps Amerika bis zu Pegida, den Gelbwesten oder Orban“. (Ortiz) Denn er findet es „erstaunlich, dass Shakespeare mit seinem Werk, das von den Anfängen der Römischen Republik erzählt, so sehr die heutige Welt und ihre Zusammenhänge trifft. Es ist sowohl ernüchternd und gruselig als auch fast schon beruhigend, dass sich die Problemstellungen seit den Anfängen der Demokratie kaum verändert haben.“
Die Titelrolle gibt André Kaczmarczyk, der zweifach mit dem Düsseldorfer Publikumspreis GUSTAF ausgezeichnet wurde.

Regie: Tilman Köhler
Dramaturgie: Janine Ortiz
Musik : Jörg-Martin Wagner
Mit: Markus Danzeisen, Glenn Goltz, André Kaczmarczyk, Florian Lange, Jonas F. Leonardi, Thomas Kitsche, Rainer Philippi, Sebastian Tessenow

Premiere: 18.April 2019 – Central - Große Bühne

Text: Christa Fluck

Termine

27. Dezember 2019