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DIE THEATERGEMEINDE WÜNSCHT IHNEN EIN FROHES NEUES JAHR!!!

 

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HAMLET ZIEHT UM...

und zwar von Dresden nach Düsseldorf. Nach über 100 umjubelten Vorstellungen am Staatsschauspiel Dresden kommt die Inszenierung nun an den Rhein. Wir freuen uns drauf!!!
 

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DER SANDMANN

»Der Sandmann« ausgezeichnet mit dem Publikumspreis des China Shanghai International Arts Festival. >> weitere Infos
 

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VORSTAND WIEDERGEWÄHLT

Der Beirat hat den Vorstand der Theatergemeinde für weitere vier Jahre gewählt. In der Gruppe rund um die 1. Vorsitzende Dr. Heike Spies bleibt das bewährte Team auf den Posten. >> weitere Infos
 

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WEIHNACHTSLESUNG

Auch in diesem Jahr liest Dr. Heike Spies wieder unter dem großen Weihnachtsbaum im Goethe-Museum. Traditionell am 2. Advent, 9.12.18 um 15 Uhr. Reservieren Sie jetzt schon Karten.
 

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WOODS OF BIRNAM

Die Band um Christian Friedel, die im D´haus in 1984 ein breites Publikum begeistert, bringt im Oktober ihr neues Album mit dem Titel "Grace" heraus.
 
 
 


Terror


Ferdinand von Schirach | Schauspiel | Grosses Haus

TERROR
Ferdinand von Schirach

Vorsitzender (Wolfgang Reinbacher) an die Schöffen: Ihre Beratung wird sich mit der Frage beschäftigen, ob der Angeklagte gegen die Bindungen, die ihm das Verfassungsgericht und die Verfassung auferlegt haben, verstoßen durfte. Das ist der Kern.
Theater am Puls der Zeit: TERROR und Menschenwürde werden auf der Bühne verhandelt. Die Bühne als Gerichtssaal und wir, das Publikum, als Schöffen. Das heißt: Theater zum Mitdenken und Mitmachen in dem brandaktuellen, neuen Stück von Schirach, das derzeit vielerorts aufgeführt wird. Düsseldorf ist mit dabei und zwar mit ganz großer Besetzung: Nicole Heesters kehrt als "Staatsanwältin" nach vielen Jahren ans Schauspielhaus zurück, wo sie in der Ära Stroux dreizehn Jahre lang zum Ensemble gehörte. Worum geht es?
Verhandelt wird ein fiktiver Fall. Die Anklage lautet auf 164fachen Mord.
Angeklagter: Major Lars Koch (Andreas Grothgar), Pilot eines Bundeswehr-Kampfjets.
Seine Tat: Abschuss eines von Terrorristen gekaperten, mit 164 Menschen besetzten Lufthansa-Airbusses. Er löste den Schuss aus in dem Augenblick, als die Entführer mit der Passagiermaschine Kurs auf eine mit 70.000 Menschen vollbesetzte Sport-Arena nahmen.
Das hier verhandelte Problem stellt die Frage nach der Unantastbarkeit der Würde des Menschen und dem Einfluss von Terrorismus auf unsere demokratische Gesellschaft. Darf Leben gegen Leben abgewogen werden? Kann es Recht sein, ein Unheil durch ein anderes abzuwehren? Darf die Zahl der Opfer entscheiden: Können 70.000 Gerettete den Tod von 164 Getöteten rechtfertigen? Obwohl das Verfassungsgericht hier eindeutig für die Würde des einzelnen und gegen das moralische Empfinden (die große Zahl der Geretteten) entschied, berief sich vor Jahren der damalige Verteidigungsminister Jung auf den "übergesetzlichen Notstand" als Begründung für eine subjektive Entscheidung. Da der "übergesetzliche Notstand" weder im Grundgesetz noch im Strafgesetzbuch geregelt ist, bleibt hier Raum für die Gewissensentscheidung. Wir, die "Schöffen" im Saal, haben zu entscheiden. Die einfache Mehrheit gilt. Der Autor Ferdinand von Schirach bietet Begründungstexte für beide Urteile:
Schuldig oder Unschuldig.
Im ersten Theaterstück des Bestsellerautors und prominenten Strafverteidigers geht es - wie auch in seinen inzwischen millionenfach verkauften Erzählungen und Romanen - nicht um die Suche nach einem Täter, sondern um das Aufzeigen von Motiven und Hintergründen für die Tat und die Umstände, die dazu führten. Im Mittelpunkt steht immer der Mensch mit allen Gefährdungen und Unwägbarkeiten. "Es gibt nichts, was Sie oder mich von einem Mörder wirklich unterscheidet. Wir können nicht voraussehen, was wir tun, " beschrieb Schirach kürzlich in einem Interview seinen Blick auf menschliches Handeln. Nachdem er zwanzig Jahre als Strafverteidiger vor Gericht war, erklärt er, "das Meiste gesehen" zu haben. Ein Fundus, aus dem er schöpft. Inzwischen sind seine Bücher in mehr als 35 Ländern erschienen und mit vielen - nationalen und internationalen - Literaturpreisen ausgezeichnet. Auch im Fernsehen wurden "Verbrechen" und "Schuld" als Serien gezeigt. Da liegt es nahe, dass auch "TERROR" verfilmt wird. Geplant ist ein "interaktives Medienereignis" mit Zuschauerbeteiligung: Der Zuschauer kann dann, ganz ähnlich wie bei der Theateraufführung, in einem fiktiven Strafprozess in die Rolle des Richters oder eines Schöffen schlüpfen, wobei Dokumentationen und Diskussionen für zusätzliches Informationsmaterial sorgen. Warten wir's ab! Vorerst heißt es im Theater: Aufmerksam zuhören, klug abstimmen!
Regie: Kurt Josef Schildknecht
Premiere: 18. Oktober / Großes Haus

Text: Christa Fluck

Pressestimmen:
Nicole Heesters und Moritz von Treuenfels liefern sich hartnäckige Rededuelle, Viola Pobitschka ist eine ergreifende Angehörige, Andreas Grothgar ein gewiefter Verteidiger und über allem thront Wolfgang Reinbacher als warmherziger Vorsitzender des Gerichts. […] Die Schauspieler aber müssen überzeugen, müssen das Publikum zu gnädigen Richtern machen, das ist Teil des Konstrukts. In Düsseldorf gelingt das jedem Einzelnen, und so treffen die Widersprüche mit voller Wucht aufeinander – und der Abend kann Spannungen entfalten. Rheinische Post, 20.10.2015

Regisseur Kurt Josef Schildknecht gibt dem Wort den Vorrang, stellt sich in den Dienst des Textes. Sein Konzept geht auf. Gut besetzt und stark gespielt sind die Figuren, allen voran Nicole Heesters, die ihre Verteidigerin des Grundgesetzes charismatisch und integer anlegt. […] Stehender Applaus für den anwesenden Autor, Schauspieler und Regie – und großer Diskussionsbedarf bei den Richtern dieses Abends. Westdeutsche Zeitung, 20.10.2015

Der klugen Düsseldorfer Inszenierung gelingt es, aus dem juristischen Text, der beim Lesen in seiner Sachlichkeit gelegentlich ein wenig brav und ambitionslos wirkt, höchst engagiertes, ergreifendes Diskurstheater zu machen.Star des Abends ist dabei Nicole Heesters, die ihr juristisch-sachliches Plädoyer mit so viel Glaubwürdigkeit, Nachdenklichkeit und gleichzeitig brillanter Leidenschaft vorträgt, dass sie Szenenapplaus erhält – für ein Schauspielhaus höchst ungewöhnlich und für einen Gerichtssaal völlig ausgeschlossen! Doch auch Andreas Grothgar weiß seiner Rolle als Verteidiger soviel menschliches Verständnis, Engagement, gelegentlich sogar leichte Ironie abzugewinnen, dass er das Publikum begeistert: Szenenapplaus! Theater:pur.net, 20.10.2015

Terror

Sebastian Hoppe



Termine

31. Januar 2019