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Die Tage, die ich mit Gott verbrachte


| Schauspiel | Central Kleine Bühne

Die Tage, die ich mit Gott verbrachte
nach der Erzählung von Axel Hacke

Uraufführung

Die Geschichte beginnt mit einer nächtlichen Zugfahrt, und der Beobachtung des eigenen Spiegelbildes unseres Erzählers im dunklen Fenster der Eisenbahn. „Ich sah zum Fenster hinaus… Nein, das ist nicht richtig! Ich sah nicht zum Fenster hinaus, denn ich sah im Fenster nur mich selbst.“ Doch dieses Bild, das ihn aus dem Dunklen anschaut, irritiert und verwirrt ihn, denn „irgendwann vergisst man, wer man ist, der hier oder der da drüben.“
Und diese Verunsicherung gegenüber der eigenen Realität und allem, was ihm in der Folge an Surrealem passieren wird, durchzieht die kleine Erzählung, die der Regisseur Malte C. Lachmann mit den beiden grandiosen Schauspielern Wolfgang Reinbacher und Moritz Führmann auf die Bühne bringt.
Führmann wechselt dabei vom betroffenen Erzähler nahtlos in die Dialogszenen, in denen er einem fremden Alten begegnet: einem geheimnisvollen Mann in unscheinbarem grauen Mantel, der jedoch unversehens Regenwolken an den blauen Himmel zaubern kann und steinerne Löwen durch brennende Ringe springen lässt oder – gleich bei der ersten Begegnung – unserem Erzähler durch einen Stoß von der Parkbank das Leben rettet. Die beiden Männer plaudern über Gott und die Welt, über Regen und Schnee, über Gut und Böse, über Zeit und Unendlichkeit. Unserem Erzähler wird dabei bald bewusst, dass sein Besucher nicht „von dieser Welt“ sein kann. Und so geht er aufs Ganze und fragt ihn unumwunden: „ Um es mal offen auszusprechen: Verstehe ich die Angelegenheit hier nun eigentlich richtig, dass Sie, also wie soll ich das nennen?, dass Sie also der Erschaffer der Welt sind?“ Und die Antwort ist eindeutig: „Na ja. Um es kurz zu machen: ja“. Es liegt etwas Melancholisches über diesem Trost und Nähe suchenden Fremden trotz aller Macht und Weisheit, die er offenbart.
Eine anrührende, versponnene Geschichte erzählt uns Axel Hacke da, über die nicht nur unser Erzähler nachzudenken hat.

Regie: Malte C. Lachmann (er inszenierte hier auch „Die Unterwerfung“ von Houellebecq)
Mit: Moritz Führmann (Mann) und Wolfgang Reinbacher (Gott)
Premiere: 19.November 2017 – CENTRAL – Kleine Bühne
Text: Christa Fluck

Die Tage, die ich mit Gott verbrachte

Schauspielhaus Düsseldorf



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