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Fabian oder Der Gang vor die Hunde


Erich Kästner | Schauspiel | Grosses Haus

FABIAN ODER DER GANG VOR DIE HUNDE
nach dem Roman von Erich Kästner (1899 bis 1974)
Der Titel des Theaterstückes fasst zwei Buchtitel zusammen. Zunächst zitiert er den Titel des ersten Kästner-Romans für Erwachsene „Fabian – Die Geschichte eines Moralisten“, der bevor er 1931 in Berlin erschien, wegen seiner drastischen Sexszenen und politischer Brisanz auf Drängen des Verlegers „entschärft“ werden musste. Doch auch die abgemilderte Version – die sich schon bald dreißigtausendmal verkaufte – war den Nazis ein Dorn im Auge, sie diffamierten sie als „Gedruckter Dreck“ und „Sudelgeschichte“ und begründeten damit 1933 das Verbot des Gesamtwerks von Erich Kästner als „entartet“.
Erst 2013 erschien die Urform des Kästner-Manuskriptes unter dem Titel „Der Gang vor die Hunde“, rekonstruiert und kommentiert von Sven Hanuschek, die auch seit kurzem als Taschenbuch erhältlich ist. Diese Originalausgabe schildert drastischer und politisch engagierter den geistig-seelischen Niedergang der großstadtverliebten, dekadenten Berliner Gesellschaft kurz vor Hitlers Machtergreifung. Kästner schildert in einer frechen Satire aus literarischer Fiktion und autobiografischen Details eine Atmosphäre aus Enthemmung, Spießertum und politisch-polarisiertem Kampf am Vorabend der Katastrophe.
Der Autor schickt seinen Protagonisten Jakob Fabian, einen zweiunddreißigjährigen promovierten Germanisten und Gelegenheitsarbeiter, mit distanziertem Blick auf das Geschehen durch das unmoralische Nachtleben der Hauptstadt, durch Unterweltkneipen, Bordelle und chaotische Künstlerateliers. Fabian beobachtet die hemmungslose Genusssucht, wie auch die abwartende Passivität der Bürger, das heißt den politisch-moralischen Verfall einer aus den Fugen geratenen Epoche und wird vom Ironiker - der zunächst noch auf Besserung hofft - zum Realisten und letztendlich zum Pessimisten.
Fabian verlässt die Großstadt. „Den Untergang Europas konnte er auch dort abwarten, wo er geboren war, “ schreibt Kästner 1931 resignierend und prophetisch gegen Ende seiner tieftraurigen Satire, die er beschließt mit einem absurden Rettungsversuch des Nichtschwimmers Fabian: der ertrinkt, während das Kind, das er retten wollte, ans Ufer schwimmt.

Text: Christa Fluck


Termine

21. September 2019