Unser Tipp: Moritz Führmann liest aus Thomas Manns "Lotte in Weimar"

Zum Abschluss der Ausstellung "50 Jahre Thomas Mann-Sammlung ,Dr. Hans-Otto Mayer´ an der HHU Düsseldorf findet am 20. Januar 2020 um 18 Uhr eine Lesung in der ULBD statt. Der Eintritt ist frei!
 


NEUE ÖFFNUNGSZEITEN

Ab September haben wir Mo-Do von 9:30-15:30 Uhr und Fr von 9:30-12.30 Uhr die Geschäftsstelle für Sie geöffnet. Besuchen Sie uns doch einmal!
 
 
 


Lulu


Frank Wedekind | Schauspiel | Grosses Haus

LULU
von Frank Wedekind (1864 bis 1918)
Wedekinds Lulu, die Teufelsschönheit, die Femme Fatale, beginnt als Straßenmädchen, gerät in die Hände der Männer, die sie zur Geliebten und Ehefrau, zum Luxusweib und zur Muse machen, bevor sie am Ende doch wieder auf der Straße landet, wo sie dem Lustmörder Jack the Ripper zum Opfer
fällt. Aber nicht nur sie, auch die Männer und Frauen, die sich auf sie einlassen, die sie benutzen und ihr verfallen, werden vernichtet, sind am Ende tot. Wedekind nannte sein Werk, an dem er fast zwanzig Jahre arbeitete (von 1893 bis zur Endfassung 1913), eine Monstretragödie . In der Tat wurde Lulu
als Skandaldrama aufgenommen und wirkte wie ein Schlag ins Gesicht der prüden, wilhelminischen Moralisten. Es folgten Aufführungs- und Druckverbote und gleich drei Gerichtsverfahren. Auch die Endfassung erhielt 1913 in München wiederum Aufführungsverbot, ausgesprochen vom
Zensurbeirat der Stadt, dem auch Thomas Mann angehörte, der das Gremium nach dieser Entscheidung jedoch unter Protest verließ. Die erste öffentliche Aufführung erlebte das Stück erst siebzig Jahre nach Wedekinds Tod 1988 im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg unter der Regie von Peter Zadek. Seitdem ist es eines der meistgespielten Dramen der Moderne. Wedekind geht in seinem Drama über den im 19ten Jahrhundert vorherrschenden Naturalismus mit seinen präzisen, gesellschaftskritischen Zustandsbeschreibungen hinaus und setzt ein Fanal für die Selbstbestimmung des Menschen jenseits moralischer Zwänge der Gesellschaft und weitmehr noch gegen die Ausbeutung der Frau durch die Männer. Ganz gleich ob Kleinkrimineller (Schigolch), Verleger (Dr. Schön), Künstler (Schwarz), Bühnenautor (Alwa) oder Lustmörder (Jack), sie alle sind Getriebene ihrer Sexualität. Lulu ist für sie Objekt ihrer Lust, Gier, Eifersucht und Gewalt. Sie sehen in ihr nichts als die manipulierbare Teufelsschöne, nichts als eine Projektionsfläche männlicher Gelüste. Doch zeichnet Wedekind in Lulu zugleich eine junge Frau, die auch für sich selbst schrankenlose Lustentfaltung einfordert und ausleben will. Es scheint, dass der Autor ihr eine Rolle als unverbildetes Naturwesen zugedacht hat, als Wesen, das außerhalb gesellschaftlicher Normen steht, das im Prolog vom Tierbändiger als das „wahre Tier, das wilde, schöne Tier“, als Schlange, die verführt und zerstört, angekündigt wird. Doch im Kampf dieses zerstörerischen weiblichen Naturprinzips gegen das männliche Zivilisationsprinzip gibt es im Stück nur Verlierer. Auch Lulu zahlt mit dem Leben.Ursprünglich bestand das Drama aus zwei Teilen: Erdgeist und Die Büchse der Pandora. In diesem Kontext ist Lulu auch noch als eine moderne Pandora zu sehen, die in der griechischen Mythologie von Zeus ausgesandt wird, das Unheil über die Welt zu bringen. Diese vielschichtige Figur wird in der Düsseldorfer Inszenierung von Lieke Hoppe dargestellt. Die Regie führt die Hausregisseurin Bernadette Sonnenbichler. Außerdem spielen: Miguel Abrantes Ostrowski, Joscha Baltha, Markus Danzeisen, Henning Flühsloh, Andreas Grothgar, Claudius Körber, Wolfgang Michalek, Florian Steffenns.
Premiere: 15. Februar im Großen Haus
Text: Christa Fluck

Termine

15. Februar 2020

21. Februar 2020

07. März 2020