Opernhaus Düsseldorf

Siegfried

Siegfried
Foto: Hans Joerg Michel
Siegfried
Foto: Hans Joerg Michel

Spielzeit 17/18
Oper - Richard Wagner

Siegfried
Richard Wagner (1813-1883)
"Wodan ist nach dem Abschied von Brünnhilde in Wahrheit nur noch ein abgeschiedener Geist", schreibt Wagner 1851 in einem Brief an den Dirigenten August Röckel, "seiner höchsten Absicht
nach kann er nur noch gewähren lassen, es gehen lassen, wie es geht, nirgends aber mehr bestimmt eingreifen." Aus der Ferne verfolgt er die Initiation seines Enkels Siegfried: von dessen Selbsterkenntnis
beim Blick ins spiegelnde Wasser über die Konfrontation mit drohenden Gefahren, denen er furchtlos trotzt, bis hin zur Auseinandersetzung mit Wotan selbst. Als Siegfried schließlich Wotans Speer zerschlägt, muss der Göttervater hinnehmen, dass seine Autorität endgültig gebrochen ist. Doch Siegfrieds Furchtlosigkeit gründet auf einem gefährlichen Defizit: Isoliert und ohne jegliches Geschichtsbewusstsein aufgezogen, schlägt er alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Dazu wurde er von Alberichs Bruder Mime erzogen, der sich erhofft, durch Siegfried den Ring und das Gold von Fafner zurückzuerobern. Doch Siegfried rebelliert gegen seinen Lehrer, entlockt ihm das Geheimnis seiner eigenen Herkunft, schmiedet sein väterliches Erbe, das Schwert Nothung, neu und zieht aus, um das Fürchten zu lernen. Ohne um die Bedeutung des Goldhortes und des Ringes zu wissen, erschlägt er den auf seinem Besitz liegenden Drachen Fafner, tötet Mime, ohne zu ahnen, wozu er durch ihn instrumentalisiert wurde, und zerschlägt Wotans Speer, ohne Anarchie im Sinn zu haben. Siegfried verlässt sich allein auf seine Intuition. Sie führt ihn zu Brünnhilde, hier lehrt ihn seine eigene Sexualität im Anblick einer Frau das Fürchten. Als "leuchtende Liebe, lachender Tod" feiern Brünnhilde und Siegfried schließlich ihre Vereinigung. Es scheint, als hätte die Macht der Liebe die des Geldes besiegt.
Richard Wagner, der Staat und Institutionen stets gehasst hat, steht als Revolutionsphilosoph im "Siegfried" ganz in Bakunins anarchistischer Schule, wonach die alte Ordnung erst zerstört werden muss, bevor Neues entstehen kann. Siegfried bricht mit allen Regeln, weil er sie nie kennengelernt hat und einfach nicht anerkennt. Institutionalisierte Herrscher werden von ihren lachenden Enkeln demontiert. Die neue Generation scheint nicht interessiert an dem alten Machtstreben, doch lässt sie sich leicht instrumentalisieren, wie Wagner schließlich in "Götterdämmerung" zeigt, wenn der naive Siegfried sich von Hagen und den Gibichungen für ihre Zwecke einspannen lässt.

Axel Kober Musikalische Leitung
Dietrich W. Hilsdorf Inszenierung


Deutsche Oper am Rhein

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Letzte Aktualisierung: 06.12.2022 19:15 Uhr     © 2022 Theatergemeinde Düsseldorf | Grabenstraße 8 | 40213 Düsseldorf