Grosses Haus

Das Rheingold. Eine andere Geschichte

Spielzeit 20/21
Schauspiel

Der große Fantasyautor J. R. R. Tolkien schrieb einmal an seinen Sohn, er hege einen »brennenden privaten Groll gegen diesen verdammten, kleinen, ignoranten Adolf Hitler«, weil dieser für ihn »sämtliche germanischen Angelegenheiten ruiniert, pervertiert und für immer verflucht« habe. Dennoch legte Tolkien mit »Der Herr der Ringe« eine der bedeutendsten Überschreibungen der germanischen Mythen vor, die wir bis heute kennen. Und er rechtfertigte sein Vorgehen gegenüber dem Sohn wie folgt: »Man muss das Gute in Dingen verstehen, um das wahre Böse zu entdecken.«
Nicht nur Fantasyromane, Filme und Videogames sind dazu da, fantastische Welten zu kreieren, auch das Theater ermöglicht uns – live und mit echten Menschen –, in große, archaische Fantasiewelten einzutauchen. Den »Rheingold«-Stoff, den Richard Wagner zu immensen Höhen geführt hat, befreien die Autoren Feridun Zaimoglu und Günter Senkel mit viel sarkastischem Witz und herrlich vital vom historischen Ballast. Im Gewerbe der Mythenumdeutung kennen die beiden sich aus, für die Passionsspiele Oberammergau (»Moses«) und die Nibelungenfestspiele Worms (»Siegfrieds Erben«) haben sie eigentlich unspielbare und ideologisch fragwürdige Stoffe aktualisiert und in neuem Gewand präsentiert. Auch Regisseur Roger Vontobel hat sich viel vorgenommen. Gemeinsam mit einem 14-köpfigen Ensemble, jungen Skater*innen, einer furchtlosen Band und allen Abteilungen des Schauspielhauses verwandelt er den Gustaf-Gründgens-Platz in ein riesiges Freilichttheater. Hier gibt es die Geschichte des Zwergs Alberich zu sehen, der nach jahrhundertelanger Arbeit unter Tage ans Licht flieht, um ein besseres Leben zu suchen – ausgerechnet in einer Welt, von deren gnadenloser Einteilung in Sieger und Verlierer er nichts ahnt. An den Ufern des Rheins wird der hässliche Zwerg, der er nun mal ist, von drei schönen, reichen Nixen übel angemacht und fallen gelassen. Höhnisch lachend geben sie ihm mit auf den Weg, dass er nur der Liebe abschwören müsse, um steinreich und mächtig zu werden. Zur großen Überraschung der Rheintöchter tut Alberich genau das und prellt, ohne mit der Wimper zu zucken, seine geliebten Nixen um das Gold. Den Ring der Macht schmiedet sich der Zwerg, und er mischt sich ein mit seinem Schatz in den großen Streit der Götter und der Riesen um die Burg Walhall, wo nur das Geld zählt und Verträge nichts mehr gelten.
Schauspielhaus Düsseldorf

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Letzte Aktualisierung: 21.09.2021 19:15 Uhr     © 2021 Theatergemeinde Düsseldorf | Grabenstraße 8 | 40213 Düsseldorf