Grosses Haus

Die Nibelungen. Kriemhilds Rache

Spielzeit 21/22
Schauspiel - Friedrich Hebbel

Das Dhaus lädt zu Hebbels Nibelungen. Vor der Bühne der schwere dunkelrote Samtvorhang: das gab es lange nicht mehr! Da erwartet uns wohl ein Klassiker.
Doch dann das erste Bild, alles andere als Samt und Seide: eine mediokre Wohnzeile à la 60er-Jahre aus Küche, Bettstelle, Kleiderschrank, Bad. Am Tischchen stiert ein wohlgenährter Mann in weißgerippter Schiesser-Unterwäsche vor sich hin, aus dem Metallbett steigt eine junge Frau im Schlafanzug (Lea Ruckpaul). „Ein toter Mann liegt vor der Tür“ hören wir – bei Hebbel sagt es der Kämmerer im V. Akt, 5. Szene in „Siegfrieds Tod“, dem zweiten Teil von „Ein deutsches Trauerspiel in drei Abteilungen“. Das Mädchen muss dann wohl Kriemhild sein. Gesprochen wird fast nichts: sie zieht sich an und wieder aus, legt sich schlafen, steht wieder auf, putzt sich die Zähne, frühstückt…
Plötzlich wird die Schranktür von innen aufgestoßen, herausgesprungen kommt Brunhild (kraftvoll überzeugend: Minna Wündrich) in schwarzen Kampfstiefeln und entsprechendem Anzug.
Dann sind sie alle auf der Bühne: Siegfried, jetzt im Lederblouson, König Gunther, der in goldenen Knickerbockern von Andreas Grothgar nahe an einer Witzfigur gegeben wird, und Hagen Tronje (Joscha Baltha), im Sagenstoff Ratgeber am Königshof und Herr des Nibelungenschatzes.
Jetzt geht alles ganz schnell: Gunther und Siegfried schmieden ihren Betrugsplan: Siegfried soll unter der Tarnkappe für den schwächlichen Gunther gegen Brunhild, Königin von Isenland, die bisher alle Freier besiegte, in den Kampf ziehen, dafür bekommt er Kriemhild, die Schwester des Königs, zur Frau. Brunhild wird besiegt, ist aber nicht wirklich überzeugt, dass Gunther das geschafft hat, und verlangt, auch noch in der Brautnacht besiegt zu werden.
Dann sind wir schon vor dem Dom, es kommt zum Streit um den Vortritt und da beschimpft Kriemhild die stolze Brunhild bei Hebbel, als „Das Kebsweib meines Gatten!“, bei Stephan Kimmig wird daraus „die Hure meines Gatten“. Brunhild fordert als Rache Siegfrieds Tod. Es folgt der Aufbruch zur Jagd und der Satz aus dem Kimmig-Prolog: Ein toter Mann liegt vor der Tür, mein Siegfried! Mord! Hier gehört er hin. Bei Hebbel folgt darauf der dritte Teil: KRIEMHILDS RACHE. Bei Kimmig greift Kriemhild zum Maschinengewehr und erschießt Hagen, den Mörder ihres Mannes, der inzwischen einen knallgelben Anzug trägt, und König Gunther, den Anstifter.
Es fehlen die zweimal sieben Jahre Trauer der Kriemhild und ihr Sinnen auf Rache, davon die letzteren am Hof des Hunnenkönigs Etzel, wo der ehrbare Dietrich von Bern (bei Hebbel) beobachtet, dass „Frau Kriemhild weint noch Tag und Nacht“. Beide Hunnen-Männer kommen bei Kimmig nicht vor und so fehlt auch der frommhoffnungsvolle Schlusssatz Dietrichs, nachdem ihm Etzel die Krone übergeben hat: „Im Namen dessen, der am Kreuz verblich“.

Es folgt ein zwanzigminütiger Epilog der Kriemhild-Darstellerin Lea Ruckpaul.

Premiere: 1. Oktober 2021, Großes Haus,
Dauer der Aufführung: 2 Stunden

Christa Fluck

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Die Termine

Mo

13

Jun

Grosses Haus | 13.06.2022 | 19.30 Uhr - 21.45 Uhr


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Spielzeit 21/22
Schauspiel - Friedrich Hebbel



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Letzte Aktualisierung: 25.05.2022 19:15 Uhr     © 2022 Theatergemeinde Düsseldorf | Grabenstraße 8 | 40213 Düsseldorf