Grosses Haus

Macbeth

Spielzeit 21/22
Schauspiel - William Shakespeare

„Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie fortzeugend, immer Böses muss gebären“, dieses Schiller-Zitat aus Wallenstein trifft die bezwingende Logik des Aufbaus der Tragödie um Machtgier, Tyrannei und Fall des handelnden und leidenden Paares Macbeth und Lady Macbeth. Das Stück ist eine der letzten großen Tragödien Shakespeares und wohl die geschlossenste und kürzeste. In knapper Sprache treiben die Geschehnisse mit atemberaubender Schnelligkeit zur Katastrophe. Um den Preis seines Seelenfriedens muss der „Held“ sein erstes Verbrechen durch immer neue Bluttaten sichern. Dabei verliert er mehr und mehr alle Skrupel des Anfangs und findet zur hemmungslosen Grausamkeit, während sich die Figur der Lady Macbeth in umgekehrter Richtung entwickelt. Sie, die zu Beginn die treibende Kraft des Bösen ist (neu: das Weib als „psychologische Verbrecherin“), bricht später in sich zusammen. Noch vor ihrem Mann trifft sie die Vergeltung.
Das Ganze lässt Shakespeare vor dem Hintergrund des düsteren nordschottischen Heidelandes bei Donner und Blitz beginnen, wo drei „weird-sisters“, Schicksalsschwestern oder schlicht Hexen, dem Kriegshelden Macbeth eine kryptische Prophezeiung zurufen. Damit beginnt die Tragödie vom Aufstieg des königlichen Heerführers Macbeth zum König von Schottland, seinem Wandel zum Königsmörder und tyrannischen Vernichter aller, die sich ihm in den Weg stellen, und seinem gnadenlosen Absturz, einem Drama, das kunstvoll historische Fakten mit Aberglauben, Mythologie und Fiktion verknüpft. . Goethe nannte es Shakespeares „bestes Theaterstück“.
Der Regisseur Evgeny Titov richtet in seiner Inszenierung den Blick auf das Böse auf der Welt und spürt dem Irrationalen in jedem Menschen nach, den Ängsten, denen jeder ausgeliefert ist – auch der größte Tyrann. Titov, 1980 in Russland geboren, in Petersburg und Wien zum Schauspieler und Regisseur ausgebildet, tritt mit seiner Macbeth-Inszenierung in große Fußstapfen: Manch ein Theaterbesucher mag sich noch an die sensationelle Macbeth –Inszenierung von Jürgen Gosch im Jahr 2005 erinnern, eine verstörende, erbarmungslose Aufführung, aus der die einen empört flohen, während andere sie begeistert feierten. Gosch zeichnete mit sieben nackten Männern und Eimern voll Theaterblut ein schreiendes Horrorbild der gefallenen Schöpfung und erhielt dafür die Auszeichnung als größtes Theaterereignis des Jahres 2005.

Premiere: 19. November 2021 im Großen Haus
Mit: André Kaczmarczyk als Macbeth und Manuela Alphons als Lady Macbeth

Text: Christa Fluck


Christa Fluck

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Letzte Aktualisierung: 25.05.2022 19:15 Uhr     © 2022 Theatergemeinde Düsseldorf | Grabenstraße 8 | 40213 Düsseldorf