Grosses Haus

Rückkehr zu den Sternen ( Weltraumoper)

Spielzeit 21/22
Schauspiel

Im Düsseldorfer Schauspielhaus, sollen wir uns in einer „Weltraumoper“ zurückträumen in die 60er Jahre - so wünschen es sich Bonn Park (Autor und Regisseur) und Ben Roessler (Komponist). Acht Wochen nur hatten sie Zeit, eine Serie zu erfinden „die es nicht gibt, die aber in unseren Köpfen existiert und wahrscheinlich 18 Staffeln umfasst,“ in die sie „irgendwo mittendrin reinschalten, in die 6. Staffel etwa“, so Bonn Park im Interview. Doch nicht die real existierende Welt der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts inspirierte die Künstler, sondern die damals über die Bildschirme und Kinowände flimmernde Science-Fiction-Welt des Weltraumabenteuers „Star Trek“ (in Deutschland unter dem Titel „Raumschiff Enterprise“). Ihr Schöpfer, Gene Roddenberry, (einst Bomberpilot) schuf in diesem Zukunftsszenario die Utopie eines Weltalls, in dem mit sanfter Stimme die größten Probleme des Universums verhandelt werden und wo sich alle Gefahren und Konflikte letztlich durch Besonnenheit und Zuversicht meistern lassen.
Doch die zarten Harfen und Geigentöne aus dem Orchestergraben stimmen überraschend in die gefühlvoll-spätromantische Zeit des 19. Jahrhundert ein. Da glaubt man Klanggemälde von Debussy oder auch Anklänge an Gustav Holsts „Die Planeten“ aus dem Jahr 1916 zu erkennen. Später erinnern Partien an den Sound der Originalserie „Star Trek“. Alles komponierte Ben Roessler zu einer freundlichen Weltraummusik zusammen, die von zwölf Studierenden der Robert-Schumann-Hochschule eingespielt wird. Nebel steigt auf, und man ist auf der Brücke des Raumschiffs U.S.S. Wassong, das im 23. Jahrhundert mit seiner fünfköpfigen Besatzung auf Entdeckungsreise durchs All schwebt. Soeben ist wohl ein Angriff überstanden, es wird aufgeräumt und von nun an gibt’s keinen Schuss und kein lautes Wort mehr. Captain Jean Luc Yesilyurt (souverän: Serkan Kaya) erteilt seine Kommandos höflich und alle folgen bereitwillig. Sie tragen fantasievolle Kostüme, entworfen von Leonie Falke: ein bisschen Enterprise, ein bisschen Retrofuturismus – wie die gesamte Ausstattung von Julia Nussbaum und Jana Wassong. Wir erfahren, dass diese Lebewesen Hunderte von Jahren alt werden können, falls sie nicht wegen irgendeiner Falschmeldung „explodieren“. Bald landet das Raumschiff bei skurrilen Eis-Wesen, die nur vierzig Jahre alt werden und sich dann zurück ins Babyalter entwickeln. Ein opulentes Eisbergszenario gibt den Hintergrund für den Auftritt dieser türkis-häutigen Geschöpfe in üppigen weißen Tüllgewändern. Auch sie sind friedlich, stellen ihre Waffen auf „lieb“ und die Tänzerinnen des „tanzraum benrath“ schwirren über die „Eisfläche“. Die Endstation bildet die Begegnung mit den Quallenwesen, deren Ankunft mehrfach besorgt angekündigt wurde. Die Schlussszene zeigt die zu friedlich zwischen Bühnenhimmel und Boden schwebenden Traumwesen. Bevor das Publikum klatschen darf, tritt Doctor und Chief Engineer Beverly Nolte (würdevoll: Kilian Ponert mit spitzen, beweglichen Ohren) vor den Vorhang und mahnt die Zuschauer des 21. Jahrhunderts (wohlgemerkt, aus dem Bewusstsein des 23. Jh.): „Sorgen Sie sich nicht! Bleiben Sie hoffnungsvoll! Es wird alles wieder gut!“ Eine gutgemeinte Beruhigung in Zeiten von Corona, Klimawandel und Ukraine-Krieg.



Christa Fluck

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Die Termine

Fr

17

Jun

Grosses Haus | 17.06.2022 | 19.30 Uhr - 22.00 Uhr


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